Montag, 15. November 2010

Herbstbasar 13. /14. November 2010

Auf die eintretenden Gäste warten aufgetürmte Strohballen

Hasenstall und Federvieh lassen grüssen

Achtung: die Hühner sind los

der Marktstand ist reich gefüllt

Stil-Leben aus Gewürzsternen und Alpkäse

dazu ein Schüblig vom Tüfihof

das Mittagessen ist angerichtet

noch scheint die Sonne mild

doch diese Bettsocken werden bald kalte Füsse wärmen

es darf gekostet werden...

die Wollkücken sind geschlüpft

und welchseln die Besitzerin

Geburtskarten, Herbstgrusskarten

selbstgegossene Kerzen von Hans Meier
gehen allmählich über den Ladentisch

Musikalische Karten, Pfnüseltee - und Weihnachtskarten


eine milde Herbstsonne entzündet
diese drei Adventskerzen aus Holz

die Bücher von Achim Kuhn laden zur Ansicht.
Wer einmal darin blättert, der begnügt sich nicht mit einem Blick,
man beginnt sich darin zu vertiefen -
- und schon ist das Buch meins -

frische, farbenfrohe Bilder, von talentierter Hand gemalt

es hätt, solang s hätt...

feine Vermicelle, selbstgebackene Kuchen

eine Konfirmandin findet Spass am Servieren

das satte Orange ist die Farbe der Kürbisse

Der Service läuft auf Hochtouren..

Prost auf den Kaffee Meilihof...

wers nicht glaubt: Wintersocken vom Knie bis zur Spitze

Notitzblöckli, Bürsteli, Kässeli: war
der "8 Franken-Shop" wohl zu billig?



Seit Tagen färben sich die Blätter immer intensiver, bevor sie sich vom Ast lösen und lautlos zu Boden fallen. Es riecht nach Herbst, nach Laub, nach Erde. Dieser Basar vom 13./14. November ist das Abbild des Herbstes; mit dem Ertrag an reifen Früchten und dem Eingemachten von fleissiger Frauenhand. Da reihen sich Konfi an Birnbrote, dreissig wunderschöne Zöpfe an einen Chratten voller Bauernbrote. Der Schüblig ist neben dem Käse aufgereiht und neunzig Hühnereier vom Tüfihof warten darauf, verkauft zu werden.

Achtung: die Stoffhühner sind los! Sie haben sich auf die Strohballen gesetzt und die kleinen wollenen Kücken sind kaum einzufangen. Allerlei Getier tummelt sich. Aus dem Hasenstall schauen die Zopfhäsli. Bürstenmäuse strecken die Ohren und schauen mit neugierigen Knopfaugen umher. Zopfeulen fliegen über deren Köpfe hinweg und landen in so mancher Tasche der zahlreichen Kundschaft.
Doch all die Betriebsamkeit ist gewollt und alle Gegenstände haben ihren angedachten Platz. Diesmal bleibt der Adventsschmuck eher im Hintergrund. An den Weihnachtsguetzli
vergreift man sich noch kaum. Eher postet Frau die gebrannten Mandeln, die Niedelzeltli . Doch den Herrn gelüstets nach Deftigem. Ein Mädchen streift sich einen Rösslipullover über und zieht glücklich davon. Die Gäste setzen sich und lassen sich gerne bedienen.
Der hauseigene Most schmeckt köstlich.
Sie haben wieder fein gekocht, die beiden Frauen Heidi und Franziska Pelle. Es ist ein eingespieltes Team mit werkigen Helferinnen. Wer hier drinnen den Kochlöffel schwingt, deren Gäste sind im Saal gut bedient. Der Frauenverein hat Verstärkung im Service erhalten und es ist eine Freude, wie sich auch eine junge Konfirmandin voll hineingibt in den Restaurationsbetrieb, gleichzeitig drei Bestellungen aufnimmt und dabei immer flinker wird. Ramona scheint nicht zu ermüden und es macht ihr solchen Spass, dass sie Tags darauf freiwillig nochmals kommen will! Herzlichen Dank an dieser Stelle!

Herzlichen Dank auch allen, die im Einsatz standen.
Einen speziellen Dank an Achim Kuhn, dem Schuhputzer, Buchautor und Pfarrer. Einmal mehr zeigte er vollen Einsatz. Es entstanden Gespräche zwischen Polierlappen und dem Signieren seiner wertvollen Bücher. Grosszügig hat auch er seine Buchspende hinterlassen.
So ist der Frauenverein Adliswil in der glücklichen Lage, dieses Jahr (aufgerundete Fr. 6000.-) dem Meilihof ( behindertengerechtes Wohnen für Jugendliche in Ebertswil (Nähe Albis ) zu spenden.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Herbstzauber

das Käuzlein hat den Überblick

im Blätterwald tut sich was
Vorrat für den Winter sammeln

Beeren sind eine willkommene Abwechslung

fleissiger Zwerg am werken

was raschelt da im Laub?

sägeln, rechen von früh bis spät

der Zwerg säubert den moosigen Waldboden

... noch bleibt viel zu tun

auch die Igel wollen bald in den Winterschlaf





Da huscht ein Eichhörnchen vorbei; dort klettert das nächste den Stamm hoch und erklimmt den Tannenspitz. Das Dritte sitzt und knackt genüsslich eine Baumnuss. Wintervorrat, könnte man die Bilder betiteln. Bei jedem Schritt raschelt das dürre Laub unter den Sohlen, und je weiter ich in den Wald schreite, um so mehr Gestalten nehme ich wahr. Ja, da sind sie wieder, die kleinen Mützchen, die fleissigen Wesen mit Werkzeugen in den Händen. Sie holzen, rechen Laub, füllen die Körbe. Bei all dem Tun werden sie beobachtet, vom Käuzlein, von neugierigen Menschenaugen. Es riecht nach Erde, gefallenen Blättern, nach Beeren, Nüssen und Früchten. Der Tisch ist reich gedeckt: Es lebe der Herbst

Bündelitag

eben warens noch Äste...

... nun trägt jeder Zwerg seine Mütze

dabei gleicht kein Zwerg dem andern

verschmitztes, kauziges, zahnloses Zwergenvolk

eine bartige Angelegenheit

jeder Zwerg buckelt ein Holzbürdeli

was die Drei wohl aushecken?

Holzhackig, stämmig, bäumig



Lauter kleine Mützchen schauen hervor, zwischen den Zweigen, hinter den Baumstämmen.
Wir sprechen hier nicht von Gartenzwergen, auch nicht von Wichteln oder Kobolden, die ja hoch im Norden beheimatet sind.
Bis letzten Herbst waren die kleinen Gestalten selbst noch reines Holzwerk, bis - ja bis die Bäume geschnitten werden mussten und die Seitenzweige der Häckselmaschiene zum Opfer fielen. Etliche Zweige konnte ich beiseite schaffen, sie lagerten den Sommer über und trockneten. Nun ist ihre Zeit gekommen. Die Äste bekamen einen neuen Anschliff, ein Gesichtchen, eine bunte Mütze. Doch beim Barte des Zwergenvolkes, ihre Bestimmung liegt weit höher als nur "Sehen und Gesehen werden". Mit ihrer Andersartigkeit sind sie dazu auserkoren, am kommenden Basar vom 13. / 14. November die Menschen zu erfreuen. Während die Einen die Stirne runzeln und in Gedanken versunken sind, lächeln die andern oder tragen ein schiefes Grinsen zur Schau. Dabei trägt jeder Zwerg ein Holzbürdeli mit sich, denn der nächste Winter kommt bestimmt. Und dann geben sie ihr Bündeli her, und zu hoffen bleibt, dass sie selbst vom Ofen verschont bleiben und ihre Bestimmung weiter leben können. Denn vergessen sie Eines nicht: Zwerge sind gewitzte, schlaue und sehr fleissige Kerlchen.

Freitag, 17. September 2010

Seidige Gedanken

Ein Hauch von Seide hängt in der Luft




beim Tragen überlagern sich Farbe und Motiv

es entsteht ein Farbenspiel

die zarte Seide ergibt ein individuelles Geschenk

ganz locker im Drei-Viertel Takt ...

das Chiffontuch wird vorgezeichnet und goutiert

eine Variante ist erst das Färben und danach

das Auftragen der goldenne Notenzeichnung


von Blau bis Schwarz: das Licht bricht

die Farben transparent bis kräftig.


Seide ist eine Faser mit langer Tradition

Seide lässt sich nicht künstlich herstellen

verdrehte Noten bitte richtig abspielen

im Walzertakt scheint dieses Tuch zu fliessen

Auch für die Herren der Schöpfung ist was dabei


... wie hier assortiert für Bratschenliebhaber



diese Krawatte ist dem Klaviervirtuosen gewidmet



der Jazz lässt grüssen







Um den Begriff der Seide ranken sich seit jeher Mythen und Sagen. Seide verleitet Autoren zur Kriminalistik und es entstehen in diesem Zusammenhang so begriffsträchtige Titel wie: "der rote Seidenschal. " Ich sehe eine bunte Palette von farbigen Schals vor mir und liebe besonders das schillernde Smaragdgrün, das lustvolle Seidenschwarz, das pompöse Türkisfarbene oder das luxuriöse Purpur, durchzogen von Goldfäden. Womit wir wieder bei der Exotik und damit bei der Geschichte sind.



Schon das alte China kannte die Seide, so datiert um 2800 v. Chr. Der Faden stammt einzig von dem domestizierten Seidenspinner. Die Seide kleidete einst Kaiser und Könige. Die Seide gelangte über mehrere Handelsstationen nach Rom. Händler brachten die Seide nach Sri Lanka, wo sie von indischen Händlern aufgekauft und weiter vertrieben wurden. Kamelkarawanen aus dem antiken Ägypten transportierten sie bis an den Nil, wo die Seidenballen verschifft wurden und so nach Alexandrien gelangten. Geschichte schrieb auch die Route entlang der Seidenstrasse. Je nach politischen Verhältnissen dauerte solch ein Transport von Indien bis an die italienische Küste 18 Monate.




Längst ist dieses samtene Tuch in den westlichen Warenhäusern käuflich, unter den Begriffen Taft, Satin oder Chiffon. Dabei stiess ich vor Jahren auf die lichtdurchlässigen Chiffontücher. Es sollte ein Geburtstagsgeschenk für meine musikalische Schwester werden.Ich goutierte darauf also Musiknoten und färbte das Tuch nach Farbnuancen. Die Raffinesse beim Tragen sind die überleinanderlagernden Stoffbahnen, die ein fliessendes Farbenspiel ergeben.

Es ist nicht beim Färben dieses einen Schals geblieben. Doch sehen Sie selbst.