Da huscht ein Eichhörnchen vorbei; dort klettert das nächste den Stamm hoch und erklimmt den Tannenspitz. Das Dritte sitzt und knackt genüsslich eine Baumnuss. Wintervorrat, könnte man die Bilder betiteln. Bei jedem Schritt raschelt das dürre Laub unter den Sohlen, und je weiter ich in den Wald schreite, um so mehr Gestalten nehme ich wahr. Ja, da sind sie wieder, die kleinen Mützchen, die fleissigen Wesen mit Werkzeugen in den Händen. Sie holzen, rechen Laub, füllen die Körbe. Bei all dem Tun werden sie beobachtet, vom Käuzlein, von neugierigen Menschenaugen. Es riecht nach Erde, gefallenen Blättern, nach Beeren, Nüssen und Früchten. Der Tisch ist reich gedeckt: Es lebe der Herbst
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Herbstzauber
Bündelitag
Lauter kleine Mützchen schauen hervor, zwischen den Zweigen, hinter den Baumstämmen.
Wir sprechen hier nicht von Gartenzwergen, auch nicht von Wichteln oder Kobolden, die ja hoch im Norden beheimatet sind.
Wir sprechen hier nicht von Gartenzwergen, auch nicht von Wichteln oder Kobolden, die ja hoch im Norden beheimatet sind.
Bis letzten Herbst waren die kleinen Gestalten selbst noch reines Holzwerk, bis - ja bis die Bäume geschnitten werden mussten und die Seitenzweige der Häckselmaschiene zum Opfer fielen. Etliche Zweige konnte ich beiseite schaffen, sie lagerten den Sommer über und trockneten. Nun ist ihre Zeit gekommen. Die Äste bekamen einen neuen Anschliff, ein Gesichtchen, eine bunte Mütze. Doch beim Barte des Zwergenvolkes, ihre Bestimmung liegt weit höher als nur "Sehen und Gesehen werden". Mit ihrer Andersartigkeit sind sie dazu auserkoren, am kommenden Basar vom 13. / 14. November die Menschen zu erfreuen. Während die Einen die Stirne runzeln und in Gedanken versunken sind, lächeln die andern oder tragen ein schiefes Grinsen zur Schau. Dabei trägt jeder Zwerg ein Holzbürdeli mit sich, denn der nächste Winter kommt bestimmt. Und dann geben sie ihr Bündeli her, und zu hoffen bleibt, dass sie selbst vom Ofen verschont bleiben und ihre Bestimmung weiter leben können. Denn vergessen sie Eines nicht: Zwerge sind gewitzte, schlaue und sehr fleissige Kerlchen.
Freitag, 17. September 2010
Seidige Gedanken
beim Tragen überlagern sich Farbe und Motiv
es entsteht ein Farbenspiel
die zarte Seide ergibt ein individuelles Geschenk
ganz locker im Drei-Viertel Takt ...
das Chiffontuch wird vorgezeichnet und goutiert
eine Variante ist erst das Färben und danachdas Auftragen der goldenne Notenzeichnung
von Blau bis Schwarz: das Licht brichtdie Farben transparent bis kräftig.
Seide ist eine Faser mit langer Tradition
Seide lässt sich nicht künstlich herstellen
verdrehte Noten bitte richtig abspielen
im Walzertakt scheint dieses Tuch zu fliessen
Auch für die Herren der Schöpfung ist was dabei
... wie hier assortiert für Bratschenliebhaber
diese Krawatte ist dem Klaviervirtuosen gewidmet
der Jazz lässt grüssenUm den Begriff der Seide ranken sich seit jeher Mythen und Sagen. Seide verleitet Autoren zur Kriminalistik und es entstehen in diesem Zusammenhang so begriffsträchtige Titel wie: "der rote Seidenschal. " Ich sehe eine bunte Palette von farbigen Schals vor mir und liebe besonders das schillernde Smaragdgrün, das lustvolle Seidenschwarz, das pompöse Türkisfarbene oder das luxuriöse Purpur, durchzogen von Goldfäden. Womit wir wieder bei der Exotik und damit bei der Geschichte sind.
Schon das alte China kannte die Seide, so datiert um 2800 v. Chr. Der Faden stammt einzig von dem domestizierten Seidenspinner. Die Seide kleidete einst Kaiser und Könige. Die Seide gelangte über mehrere Handelsstationen nach Rom. Händler brachten die Seide nach Sri Lanka, wo sie von indischen Händlern aufgekauft und weiter vertrieben wurden. Kamelkarawanen aus dem antiken Ägypten transportierten sie bis an den Nil, wo die Seidenballen verschifft wurden und so nach Alexandrien gelangten. Geschichte schrieb auch die Route entlang der Seidenstrasse. Je nach politischen Verhältnissen dauerte solch ein Transport von Indien bis an die italienische Küste 18 Monate.
Längst ist dieses samtene Tuch in den westlichen Warenhäusern käuflich, unter den Begriffen Taft, Satin oder Chiffon. Dabei stiess ich vor Jahren auf die lichtdurchlässigen Chiffontücher. Es sollte ein Geburtstagsgeschenk für meine musikalische Schwester werden.Ich goutierte darauf also Musiknoten und färbte das Tuch nach Farbnuancen. Die Raffinesse beim Tragen sind die überleinanderlagernden Stoffbahnen, die ein fliessendes Farbenspiel ergeben.
Es ist nicht beim Färben dieses einen Schals geblieben. Doch sehen Sie selbst.
Es ist nicht beim Färben dieses einen Schals geblieben. Doch sehen Sie selbst.
Dienstag, 29. Juni 2010
Strandgut
Frei nach Rilke
Ode an den Sommer:
dass Farben und Formenreichtum
Nun ist er da, der Sommer, auf den wir so lange gewartet haben. Einmal mehr zeigt uns der Wechsel der Jahreszeiten die Extreme auf. Wenn im Winter alles zu Eis erstarrt, ist es jeweils kaum vorstellbar, dass aus dieser Erde wieder Leben erspriesst, dass die Bäume ergrünen und Fauna und Flora zur vollen Blüte erwachen. Die Hitze nimmt zu, darin das Flimmern der Luft.
Der Sommer hält alljährich Einzug - zur Erbauung, als Sättigung und zu unser aller Freude.
Mittwoch, 23. Juni 2010
Decken stricken am Strassenfest vom 13. Juni
weich gebettet dank der Strickaktion "save the children"
viele Garnfäden ergeben diese starke DeckeDieses Jahr verlegten wir die Weltweite Strickaktion "save the children" um einen Tag und integrierten ihn ins Albisstrassenfest vom 13. Juni. Dieser Sonntag war durchzogen von Wolkenbrüchen, satten Farben und fröhlichen Aktionen. Vor dem Kreativ-Studio standen Kinder und Erwachsene an, um sich an Geschicklichkeitsspielen und dem Glücksrad mit verlockenden Preisen zu versuchen. In Zusammenarbeit mit dem Kreativ-Team fand sich der Frauenverein Adliswil Tisch an Tisch und es wurde doch tatsächlich Stundenlang gestrickt. Es entstanden quadratische Plätzchen aus Garn und Wolle, die sich zu Kinderdecken zusammenfügten.
Der Weltweite Stricktag bewirkt, dass diese Deckenaktion über Deutschland anschliessend in die Drittweltländer gelangen und sie dort den Müttern mit ihren Babies abgegeben werden. Eine sinnvolle Aktion, die wir Frauen gerne unterstützen.
So sassen die Frauen und ein Herr zusammen, duckten sich unter das Vordach oder den noch trockenen Sonnenschirm und liessen sich von Petrus die gute Stricklaune nicht verderben.
Derweil stand Bärbel Erni am Kaffeeausschank, gab an die 100 Tassen Kaffee samt Aroma aus: verschnitt die 9 herrlich duftenden Kuchen, welche unsere tüchtigen Frauen vom Frauenverein gebacken hatten. Anbei verkauften wir noch zwei schön gestrickte Häslijäckli samt Kindermützen. Ein grosses Dankeschön an die Strickerin Ruth, die den gesamten Betrag spendete.
Ein herzliches Dankeschön auch allen, die anschliessend immer mal wieder ein fertiges Plätzli vorbeibrachten, so dass wir bis an den heutigen Tag 23 fertige Decken zählen und ich diese weiterleiten kann.
Solche Begegnungen untereinander sind ein Geschenk und dazu da, dass wir spürbar aneinander wachsen, dass wir von unserm vollen Leben einen kleinen Teil abgeben und symbolisch mit den Decken auch Mut und Zuversicht verbreiten.
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